Maybe it's time
Alexander Freund
Sie war kein Fan,
da war irgendwie mehr.
die ihn so unverschämt lasziv
am Piano angehimmelt hat.
Seine schmachtenden Blicke für dieses
talentierte Flittchen mit den Rattengesicht
taten ihr aber nicht weh, denn sie wußte,
dass dies nur Show war.
die Monika ihm geschickt hatte.
Sie passte nicht in sein übliches Beuteschema und sie lebte auch nicht in Kalifornien,
sondern jetzt im Rhein-Main-Gebiet.
Trotzdem hatte Bradley Cooper vor acht Jahren ihre Nähe gesucht.
In der angesagtesten Location Berlins.
jeden Sommer nach Kalifornien,
meist direkt nach Santa Monica.
Das war ihre Stadt, ganz in seine Nähe.
Inzwischen wußte sie auch, wo er ungefähr wohnte.
Dank Susan, der Besitzerin des Ocean-Bed&Breakfast, mit der sie sich inzwischen richtig angefreundet hatte und die ihr Sondertarife gewährte.
Ihr Front-Desk-Managerinnen-Gehalt
hätte sonst niemals gereicht.
Über Susan konnte sie sich auch Leihwagen mieten, obwohl sie eigentlich gar keinen Führerschein besaß. Susan hatte einfach nie danach gefragt.
Wozu auch?
Auf den breiten Highways fühlte sich Monika sicher und durch die Schachbrettmuster in Ocean Park fuhr sie eh nur im Schritttempo.
mit dem Bus gefahren, ein Erlebnis, das sie nicht unbedingt noch einmal wiederholen musste.
Die Strapazen waren aber schnell vergessen,
als Bradley tatsächlich da war und ihr nach "Shallow" erneut tief in die Augen sah.
Ganz vorne links an der Bühne stand sie.
Hatte es sich doch gelohnt,
sich diesen Platz zu erkämpfen.
In der Halle war es brutal heiß.
Alle, und natürlich auch Monika,
waren schweißgebadet,
die weiße Hose strotzte vor Dreck.
Aber das war ihr egal.
Voller Glück dachte sie an Berlin.
Aber Sabrina, die arrogante Aushilfskollegin aus Augsburg, kam wie so oft zu spät.
Monica musste zunächst einmal nachdenken,
woher sie das Gesicht kannte.
Sekunden später fiel ihr zum Glück wieder ein,
dass Bladley zur Berlinale eine Luxus-Suite
gemietet hatte, 4500 Euro die Nacht,
so etwas weiß man eben als Front-Desk-Managerin.
Was genau, hat Monika niemandem erzählt.
Auf Diskretion wird im Hotel-Gewerbe
größten Wert gelegt.
Monika wusste Rat.
Er strahlte sie an und sie war sehr stolz auf sich.
fragte Bradley unvermittelt.
"Ja", sagte Monika zögerlich,
aber der habe ihr nicht so gut gefallen.
Erstaunt zog Bradley die Augenbraue hoch.
Noch heute wird ihr Pulsschlag schneller,
wenn sie sich daran erinnert,
wie er sie fragte, was sie denn gestört habe.
Vor lauter Aufregung konnte sie für Millisekunden gar nichts antworten.
Aber Bradley blieb ganz cool.
"aber Sie vergeuden ihr Talent. Irgendwann sollten Sie wirklich mal anspruchsvollere Filme drehen."
Bradley war perplex, doch bevor sein Manager laut werden konnte, sagte er:
"She's right! Maybe it´s time."
legte Bradley seine männliche Hand auf ihre Schulter.
Dann fiel der Satz, der Monikas Leben vollständig verändern sollte:
"It was about time that we met",
hatte er gesagt. Hatte ER zu IHR gesagt.
IT WAS ABOUT TIME THAT WE MET
Niemals würde sie die verwunderten Blicke
von Sabrina vergessen, als sie endlich kam
und ihr vermutlich schlagartig bewusst wurde, dass sie hier eigentlich hätte stehen können.
Für ewig würde Monika die Magie des Moments
in ihrem Herzen tragen.
Aber sie hatte gespürt,
und er scheinbar auch,
dass da mehr war.
spottete ihre damals noch beste Freundin Elke.
Monika hasste sie dafür.
Elke hatte eben nicht miterlebt,
wie nachdenklich sie ihn gemacht hatte.
Was dieses kurze Gespräch in ihm
bewirkt hatte.
Von diesem Moment an war nichts mehr wie früher.
Ihre Zeit würde noch kommen.
Nicht direkt an seiner Seite.
Aber ihre Zeit hatte gerade erst begonnen.
Sie träumte davon, eines Tages mit ihm durch den Sonnenstaat zu brausen.
des Sunnyboys pflegen und sich mit irgendwelchen Schauspielerinnen
oder Models amüsieren.
Was er an diesen Tussen fand,
konnte Monika nicht nachvollziehen.
Aber das gehörte nun einmal zum Showbusiness.
tat Monika wirklich leid.
Vor allem wegen der Tochter.
Man konnte ja sehen, wie Bradley an ihr hängt.
Aber der Grund für die Trennung war sicherlich nicht Lady Gaga.
Monika war sich sicher,
den wahren Grund zu kennen.
dass Bradley letztlich wegen ihr jetzt
auch anspruchsvolle Filme macht.
Und Musik.
Maybe it's time
Maybe it's time to let the old ways die
Er hat verstanden,
weil sie ihn verstanden hatte.
passte Monika nicht wirklich hinein.
Sie wußte selber, dass sie auf dem roten Teppich
keine wirklich gute Figur machen würde.
Dass sie klein und übergewichtig war,
was in Kalifornien allerdings nicht weiter auffiel.
ihr Haar hatten spröde werden lassen.
Aber trotzdem war dieser Traum
von einem Mann zu ihr gekommen.
Weil sie ihn verstanden und
an ihn geglaubt hatte.
weil die das Besondere dieser Beziehung
nicht akzeptieren wollte.
Weil sie diese echte Zuneigung als schwärmerisches Fan-Gehabe abtat.
Dabei wußte auch Elke,
dass Monika noch nie ein "Fan"
von irgendwas oder
irgendjemandem gewesen war.
aus irgendwelchen Stars machte.
Prominente kamen regelmäßig ins Hotel.
George Clooney zum Beispiel.
Oder Matt Damon. Auch eine netter Typ.
Aber von Bradley war eine magische Anziehungskraft ausgegangen.
Sie wusste, dass es Bestimmung war.
auf ihre Mails geantwortet?!
Natürlich bekam sie zunächst nur irgendwelche Sammelmails vom Fanclub
oder von irgendwelchen Agenturen zurück.
Aber das schreckte Monika nicht ab,
denn Bradley hatte irgendwo mal erzählt,
dass er sich einzelne Mails gezielt heraussuche und selber beantwortete.
die Seele vom Leib, erzählte von ihrer Kindheit,
von ihrer unglücklichen Liebe, den Zwängen des Alltags und gestand ihm, welch tiefen Einfluss die Begegnung auf ihr Leben gehabt habe.
Nach nur vier Tagen antwortete Bradley.
Er sprach sie also wieder direkt an
und ihr stockte der Atem.
"Dear Monica" mit `c´, aber er ist halt Amerikaner.
Ja, er freue sich auch, Sie kennen gelernt zu haben.
Dankte ausdrücklich für die wirklich sehr langen Mails. Ihn freue es, dass er so einen bleibenden Eindruck auf ihr Leben gehabt habe.
Ein ehrliches Gefühl, das fürchterlich schmerze
und doch so gut tue. (Sein Album war an der Stelle verlinkt)
Es freue ihn immer von Menschen zu hören,
für die die Farbe Blau auch eine wichtige Rolle
im Leben spielt.
Blau stehe für Melancholie und Sehnsucht.
Er verstand sie eben.
Dass er schon so lange nichts mehr von sich hat hören lassen, hängt sicherlich mit irgendwelchen Dreharbeiten zusammen.
Hoffentlich baut er da auch wieder
verschlüsselte Botschaften für sie ein.
Wie beim letzten Album.
Maybe it's time
Maybe it's time to let the old ways die
Bradley hat eben wenig Zeit,
das verstand sie.